Skyline, Rockies und Alaska

Vancouver Marathon 2010

Ende April 2010 startet eine Gruppe Laufwilliger von Frankfurt gen Kanada, um dort beim 39. Vancouver Marathon am Start zu stehen und daraufhin die Weiten Kanadas und Alaskas zu bereisen. Vancouver gilt als eine der schönsten Städte der Welt mit einem einzigartigen Flair, was diese Metropole nicht allein seiner reizvollen Lage zwischen Bergen und Pazifik zu verdanken hat.

Bereits am ersten Morgen der Reise steht ein gemeinsamer Lauf an, Sightseeing inbegriffen. Es geht durch das olympische Dorf, in dem die Energie nahezu greifbar wird, die den deutschen Athleten den zweiten Platz im Medaillenspiegel bei den diesjährigen Olympischen Winterspielen bescherte. Vorbei an den für ihre Fischspezialitäten bekannten Restaurants wird der Start- und Zielbereich des Marathons passiert, was in Anbetracht des bevorstehenden Ereignisses bereits den Adrenalinspiegel anhebt. Während des sportlichen Ausflugs erfrischt die Brise des Pazifiks. Die Blicke gleiten immer wieder über die Hochhäuser hinweg auf die majestätische Bergkette. Vancouver, einerseits die typische Metropole mit Skyline, andererseits doch überschaubar und inmitten einzigartiger Natur gelegen. Jung und modern mit freundlichen und kommunikativen Einwohnern. Abends trifft sich die Reisegruppe, die über Sportreisen Kreienbaum nach Kanada gefunden hat, zum gemeinsamen Essen und netten Plausch.

Die Startunterlagen werden ausgeteilt und Streckeninformationen weitergegeben. Einige kannten sich schon zuvor, und auch die anderen der Reisegruppe landen schnell beim vertrauten Sportler- Du. Die Sitte des morgendlichen Ausflugs wird beibehalten und die zauberhafte Stadt somit "Schritt für Schritt" erkundet. Nach dem Ausflug auf den Hausberg Grouse Mountain und die Capilano Bridge, der längsten Hängebrücke der Welt, gelegen im Regenwald mit seinen riesigen, ursprünglichen Zedern, werden am Abend bei einer gemeinsamen Pastaparty die Kohlenhydratreserven aufgefüllt.

Am 02.05.2010 ist dann der große Tag gekommen. Um 7.00 Uhr starten die Teilnehmer der halben Distanz. Die anfängliche Anspannung lässt bald nach. Die Strecke führt durch den 400 Hektar großen und von Wasser umgebenen Stanley Park, mit Totempfählen und Indianerstatuen. Hier steht auch die Skulptur von der kanadischen Sprinterlegende Harry Winston Jerome. Um 7.30 Uhr begeben sich die Marathonis auf ihren Weg. Der Kurs verläuft ähnlich einer Stadtbesichtigungs- Tour durch das Zentrum der City. Wohin man auch blickt, gut gelaunte, teilweise kostümierte Läufer und begeisterte Zuschauer zieren trotz des schlechten Wetters die Straßen. An den Verpflegungsstellen sorgen freundliche Helfer für körperliche und mentale Energiezufuhr. Sieger wird der Kenianer Thomas Omwenga aus Tampa in 2:16:55 Stunden. Bei den Frauen überzeugt Emmah Muthoni Kiruki, ebenfalls aus Kenia, in 2:37:16 Stunden.

Die Reisegesellschaft belohnt sich nach dem sportlichen Erfolg mit einigen Tagen in den Rocky Mountains, wo die unendlichen Weiten und die beeindruckende Natur Kanadas so richtig deutlich werden. Touren zu den Neuen Territorien, mit tobenden Wasserfällen, riesigen Gletschern, Wapitis, Bären und anderen Tieren tun ihr Übriges. Es entsteht automatisch die Lust auf mehr, die durch eine folgende Laufkreuzfahrt befriedigt wird. Von Bord aus sind skurrile Eisschollen, Wale und Seeadler zu erspähen. Nachdem sich die Teilnehmer dann auch noch auf die Spuren der Goldgräber begeben haben, werden sie erneut läuferisch bei der so genannten Alaskameisterschaft gefordert. Abends im prickelnden Whirlpool auf Deck hängt dann der eine oder andere dem Erlebten gedanklich nach und regeneriert die beanspruchten Wad

09/2010 RUNNING Fotoreportage Vancouver Marathon

Text: Jessica Krekenbaum
Copyright 09/2010 RUNNING