Reisebericht Niagara - Marathon 2005

Niagara Falls Marathon von Thea Watzling

Die Besonderheit an diesem Marathon ist, dass sich der Start in USA und das Ziel in Kanada befindet. Etwa 1000 Teilnehmer wurden um 10 Uhr in Buffalo am Erie See auf die 42,195 km-Distanz geschickt. Zu den 8 Grad Celsius und Regen, der bereits am Vortag eingesetzt hatte, gesellte sich noch ein unangenehmer Wind. Die Strecke ist absolut flach – nicht das ideale Profil für „Bergziegen“ - und führt auf der kanadischen Seite am Ufer des Niagara Flusses entlang. Landschaftlich sehr reizvoll - besonders das Rot und strahlende Gelb der Bäume und Sträucher symbolisierten den „Indian Summer“. Bereits nach 5km machte sich bei mir (W55) - war mit einer leichten Erkältung angetreten, ein unregelmäßiger Puls bemerkbar, was ich zunächst einigermaßen in den Griff bekam. Beim 10 km-Punkt, wo sich eine Wende befindet und der böige Wind der Läuferschar nun entgegen kam und die Anstrengung immer größer wurde, entschloss ich mich diesen Lauf nach dem Motto „man kann einen Marathon auch in Würde zu Ende marschieren“ ins Ziel zu retten.

Dass dies ein harter Weg wird, war mir klar – immerhin waren noch 32 km zurückzulegen. Die Kälte setzte mir sehr zu, da die Kleiderwahl nicht für einen Marsch ausgerichtet war. Am Halbmarathon-Punkt, wo die 21,1 km-Laufteilnehmer bereits vor einer Stunde gestartet waren, hob ich ein paar Handschuhe von der Straße auf und streifte sie über, das brachte wohltuende Linderung. Neben etlichen Grill-Meetings am Straßenrand überwachten Marschalls die Strecke und erkundigten sich immer wieder, ob alles OK sei. Nach 5:34:26 Std. kam ich unter Freudentränen im Ziel bei den Niagara Fällen an. Es war mein bis dahin schwierigster Marathon, den ich jedoch unbedingt im Ziel beenden wollte.

Während der Anschlussreise von Toronto, über Ottawa bis hinauf nach Quebec war der „Indian Summer“ allgegenwärtig und Balsam für meine „geschundene“ Läuferseele.

23.10.2005 – von Thea Watzling

Quelle: Thea Watzling
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