Reisebericht zum Dead Sea Marathon 06. April 2012

42 km von Amman zum Toten Meer, dem tiefsten Punkt der Erde von Helmut Böttcher

Jordanien wollte ich immer schon mal besuchen, mein Buchhändler aus Amman hat mir schon immer seine Heimat ans Herz gelegt. Weitere Bekannte waren ebenfalls total begeistert von Jordanien mit seinen freundlichen Einwohnern und den tollen Sehenswürdigkeiten. 2011 in Malta fiel dann schon die Entscheidung, die nächste Lauferlebnisreise geht wieder mit Sportreisen Kreienbaum nach Jordanien. Im Dezember 2011 habe ich für meine Frau Hedi und mich gebucht, die anderen Sportkumpels hatten andere Pläne für das Laufjahr 2012.

Der Reiseverlauf mit den Besichtigungen von

- der jordanischen Hauptstadt Amman

- der römischen Ausgrabungsstätte Jerash

- der Felsenstadt Petra

- der Standwüste Wadi Rum

- den Jordantal und der Berg Nebo, den Bad im

- Toten Meer und im Roten Meer den gemeinsamen Morgenläufen

- in Amman

- in der Steinwüste bei Petra

- in der Standwüste im Wadi Rum (auf einer Kamelrennbahn)

- am Roten Meer zur Grenze nach Saudi Arabien

und dem Marathon zum tiefsten Punkt der Erde ließ viel Vorfreude auskommen. Sorgen bereitete dann noch kurz vor dem Reisetermin der Streik am Flughafen in Frankfurt.

1. Tag Anreise - Aber am 04. April ist alles gut gegangen, pünktlich ging es Richtung Amman und die Einreise war perfekt organisiert. Im Bus Richtung Hotel verteilte Nils von Laufreisen die Startertüten mit den Startnummern, es konnte also losgehen.

2. Tag - Beim gemeinsamen Morgenlauf um 7:00 Uhr rund um das Hotel mitten im Amman bekamen wir viel Beachtung von sehr freundlichem Jordanier. Nach dem Frühstück ging es Richtung Norden nach Jerash (alte römische Stadt). Unser Reiseführer Osama war eine Bank, immer eine Antwort, immer ein Lächeln und immer für seine Gäste da. Dem Mittagessen in einer Karawanserei folgten eine Stadtrundfahrt durch Amman und ein Spaziergang auf dem Zitadellenhügel. Die Pasta Party fand abends im sehr noblen Königlichen Automobilclub statt, eine ausgesprochen nette Atmosphäre, der Prinz Firas Rad erschien leider nicht. Aber die Top Läufer und Top Sponsoren waren zahlreich zugegen.

3. Tag Marathontag - Wecken 4:00 Uhr, Frühstück 4:30 Uhr, Abfahrt 5:00 Uhr, also alles mitten in Nacht.

Unser Bus durfte als letztes Fahrzeug über die Laufstrecke fahren, um uns an den jeweiligen Startpunkten abzusetzen. Ich wurde um 5:45 Uhr zusammen mit 6 weiteren Läufern beim Marathon-Start am Rande von Amman abgesetzt. Wir waren die Ersten, das Start-Tor wurde

gerade aufgebaut und eine ½ Stunde später wurde es langsam hell. Nach und nach trudelten weitere Läufer ein und die Sonne lies sich auch blicken. Gegen 6:45 Uhr kamen die Busse von der Sammelstelle und pünktlich um 7:00 Uhr erfolgte für ca. 200 Läufer der Marathonstart bei geschätzten 10°.

Auf einer halbseitig gesperrten Straße ging es die ersten 25 km stetig bergab durch ein schönes grünes Tal und die Temperatur war noch angenehm, teilweise ging ein leichter Wind. 20 Km lief ich zusammen mit Hans Georg aus Werne (Ruhrgebiet), ebenfalls mit Laufreisen unterwegs. Alle 3 km gab es Wasserstationen und immer wieder freundliche Menschen, Welcome in Jordan und Good Luck wurde uns immer wieder zugerufen. Ab km 25 wurde die Strecke flacher und langweiliger, bei km 30 bog man links ab zum Toten Meer. Die Sonne wurde immer brutaler, auf der Strecke war immer mehr los, denn bei km 35 lief man in das Ende des 10 km Laufes, teilweise ein Familienausflug, mit Laufen hatte das nicht viel zu tun. Wasser und km – Angaben gab es auch nicht mehr. Auch ich bin teilweise ins Gehen übergegangen. Es war interessant auf der Laufstrecke, viele junge Leute, viele Familien, Pferde, Esel, Kamele und alle hatten viel Zeit. Mein Ziel unter 4:00 Stunden Laufzeit habe ich dann aufgegeben, aber die letzten 3 km bin ich wieder durchgelaufen, so gut es ging zwischen den vielen Menschen. Endlich ging es ab Richtung Beach Club und Ziel, wo Hedi und Nils mich erwarteten. Auch hier war das Wasser ausgegangen. Gut das Nils so fürsorglich war, er hat alle seine Läufer mit Wasser aus dem Bus versorgt. Nachdem alle Läufer unserer Gruppe heil im Ziel angekommen waren, fuhren wir in das nahe gelegene 5 Sterne Mövenpick Dead Sea Hotel direkt am Toten Meer, eine tolle Anlage im arabischen Dorfstil, alle Einrichtungen nur vom Feinsten. Der Marathonabschluss fand abends in einen Amphitheater statt, ein tolles Essen in sehr angenehmer Atmosphäre. Ein schöner Tag wurde würdig abgeschlossen.

4. Tag - Einen halben Tag konnten wir noch die tolle Anlage genießen und im Toten Meer baden. Gegen Mittag ging es ins Jordan Tal und über den Berg Nebo nach Petra.

5. Tag - Nach einem Morgenlauf durch Wadi Mousa verbrachten wir den ganzen Tag in Petra. Meine Erwartungen wurden übertroffen, der Siq, das Schatzhaus des Pharao, die vielen Gräber, Tempel und Säulen haben mächtig Eindruck hinterlassen. Der 45-minütige Aufstieg zum Ad-Dayr (Kloster) mit dem tollen Blick auf atemberaubende Landschaften war die Mühe wert. Am späten Nachmittag ging es weiter zum Wüstencamp Zahwaideh im Wadi Rum. Die Schlafplätze und sanitären Anlagen waren gewöhnungsbedürftig. Das Essen (Lamm und Huhn) wurde in Erdreich gegart und im Zelt serviert. Gott sei Dank hatten wir klaren Sternenhimmel, was das ganze zu einem unvergesslichen Erlebnis machte.

6. Tag - Diesmal ging der Morgenlauf zur (auf) eine Kamelrennbahn. 2 Kamele waren dort

beim Tempotraining. Nach dem Frühstück im Freien standen die Geländefahrzeuge für die Wüsten Safari bereit. Wir fuhren in eine tolle Landschaft mit viel Sand, Dünen, Sandsteinfelsen, Täler und Felszeichnungen der Nebatäer. Das Wadi war Kulisse für den Film Lawrence von Arabien. Der Ritt auf einem Dromedar, Teepause in einem großem Beduinenzelt und Rückfahrt mit viel Speed durch die Sanddünen rundeten das wirklich tolle Erlebnis ab. Unser nächstes Ziel war Aquaba, wo wir den Rest des Tages mit Erholung und Schwimmen im Roten Meer verbrachten.

7. Tag - Der letzte gemeinsame Morgenlauf ging zur Grenze von Saudi Arabien. Nach einer Kurzbesichtigung von Aquaba brachte uns der Bus zurück nach Amman. Ein letztes gemeinsames Abendessen in der historischen Karawanserei Tawaheeen Al-Hawa, danach Verteilung der Urkunden in Arabisch und Englisch im Hotel.

8. Tag Abreise - Heute heißt es Abschied nehmen von einem sehr gastfreundlichen und sicheren Land. Im Bus kam es noch zu einer weiteren Überraschung, ein Pokal für meinen Altersklassensieg. Die Reise mit den vielen tollen Eindrücken und Erlebnissen werde ich so schnell nicht vergessen. Jordanien kann ich nur jedem an Herz legen, ob Läufer oder Nichtläufer.

Schukran Jordan – Danke Jordanien.

19.06.2012 von Helmut Böttcher

Quelle: Helmut Böttcher
Copyright 2012 Helmut Böttcher