Reisebericht Jordanien - Marathon 2005

Dead Sea Marathon von Thea Watzling

Der 30. Marathon in meinem 30. Laufjahr führte mich nach 2004 - wo ich aus gesundheitlichen Gründen kurzfristig zum Zuschauen verurteilt war – und 2005 abermals nach Jordanien. Nach einer schwierigen Vorbereitung in der winterlichen Heimat, freute ich mich ganz besonders auf die Wärme und Liebenswürdigkeit dieses Landes.

Bei 8 Grad Celsius und wolkenlosem Himmel, erfolgte um 7.00 Uhr der Start in Amman. Leider hatte ich mir keine Kappe mitgenommen, da alle Starter im Vorjahr mit Kappen einer großen Hotel-Kette noch im Startbereich ausgestattet wurden. Etwa 200 Teilnehmer machten sich auf den 42,195 km langen Weg zum Toten Meer. Der Asphalt-Kurs führte durchweg bergab, gelegentlich von kurzen Steigungen unterbrochen, d.h. die Höhendifferenz betrug insgesamt 1300 Meter. Bereits nach wenigen Kilometern – beim Eintritt ins Jordan-Tal, wurde die Läuferschar von einer angenehm trockenen Wärme erfasst, wobei auch der kontinuierliche Sonneneinfall seinen Beitrag leistete und mich meine Kappe schmerzlich vermissen ließ. Eine optimale Organisation sorgte dafür, dass die Sportler jederzeit gut hydriert waren und so – wer wollte - einen Blick für die biblischen Stätten rechts und links des Weges übrig haben konnte. Militärposten, die als Streckensicherung eingesetzt waren lächelten aufmunternd und Kinder, die am Wegesrand Tiere hüteten, liefen gar ein paar Meter mit. Bei KM 32 etwa, wurde in der Ferne das Tote Meer sichtbar. Obwohl die Temperaturen inzwischen bei 28 Grad Celsius lagen, profitierten die Läufer von der extrem sauerstoffhaltigen Luft. Schließlich brachten diese günstigen Bedingungen auch mich (W55) nach 4:50:06 Stunden zum tiefsten Punkt der Erdoberfläche, wo sich 400 Meter unter dem Meeresspiegel das Ziel befindet. Die obligatorische Beach-Party mit Siegerehrung sorgte für die erste Entspannung nach dem Lauf.

Den Rest des Tages verbrachten wir – nach der Rückkehr im Mövenpick - wie in den Vorjahren auf der Hotel-Terrasse mit Blick auf Jerusalem und Jericho. Nach den Erfahrungen aus dem Vorjahr, war ich dieses Mal umsichtiger zu Tal gelaufen, wodurch sich die Übersäuerung der Muskulatur in Grenzen hielt. Dies führte letztendlich dazu, dass eine zusätzliche Exkursion auf den Spuren des Lawrence von Arabien durchs Wadi Rum bis Aqaba zu einem besonderen Erlebnis wurde.

07.04.2006 – von Thea Watzling

Quelle: Thea Watzling
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